Texte

Interviews und sonstige Fanzinebeiträge…

Ox Nr.117 Interview (einseitiges Interview (haha!), erschienen am 4.Dezember 2014 und inzwischen auch auf der Ox-Homepage zu finden!)

Plastic Bomb Nr.89 Konzertbericht
(2-seitiger Bericht über das Wohnzimmerkonzert vom November 2014)

Human Parasit Nr.13 Interview
(5-seitiges Mail-Interview von März 2013)

Kamikaze Radio Interview
(Halbstündiges Interview in der Sendung „Mini’s DeutschPunk-Revolte“ vom 13.02.2014)

FSK-Radiointerview
(Einstündiges Interview bei „Mondo Bizarro“ zur 7inch-Veröffentlichung vom 21.11.2013)

„Meine erste Platte“
(Stemmen rezensiert seine erste Musikkassette für die Debütausgabe des „Der Zitronenhund“ Fanzine. Erschien im August 2013)

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Alle Texte der „FRUSTxWUTxTRISTESSEx“ 7inch…

50 Sekunden Resolution
In Provinznestern, die mich tot langweilen,
glorifizieren sie nur zu gerne die eigene Trostlosigkeit.
Dort angekettet zu sein am Eigenheim
wird nie im Leben meine Freiheit sein!
Mit Stolz und Brauchtum könnt ihr mich kreuzweise:
Glaube? Sitte? Heimat? Scheiße!
Meine persönliche Grundsatzentscheidung
gegen die gelebte Tristesse in der Provinz.
(Stemmen)

Beatrix versus Transphobers
Transphobia is shit!
Beatrix eliminates it!
„Ey, bist du schwul oder was?“ -
denk nur einmal nach was du da sagst
und warum Homosexualität
sich bei dir ausschließlich ums Ficken dreht?
Ob Beatrix nun Beate mag,
oder Uli halt den Udo,
kann dir doch scheißegal sein
und das ist auch gut so.
Wie kann mensch nur hassen
dass Menschen sich lieben?
Ob Mann, eine Frau oder beides (oder…) ist
hat die Natur auch in deinem Fall nur
nach Lust und Laune so entschieden.
„Kampflesbe“, „Schwuchtel“, deine Tuntenwitze –
in dem selben Jargon hetzen auch Rassisten.
Bei denen kannst du dich gleich mit auflisten.
Love HC – hate homophobia, na klar! Uns geht es darüber hinaus aber vor allem um den alltäglichen Sprachgebrauch innerhalb der gesamten Gesellschaft, wie etwa salonfähig gewordene sexistische, homo- und transphobe „Schimpfwörter“ oder „Beleidigungen“ unter Jugendlichen, und die immerwährende bloße Reduzierung von nicht-heterosexuellen Menschen auf die Art ihres Geschlechtsverkehrs. We are supporting Gay.Edge.Liberation!

Alte Leier
„Saufen? Ficken? Oi?“ = nichts als faule Ausreden,
weil es nicht gut ankommt die Wahrheit zuzugeben.
Es gibt verdammt nochmal
keinen „Skinhead (Punk/Whatever) way of life“
auf dem man „unpolitisch“ (/rechtsoffen)
durch unsere Szene schleicht.
Antifascist – kein Aufkleber ist zu viel!
Antisexist – jedes Banner den Aufwand wert!
Antiracist – immer dieselbe Leier…
…und doch niemals verkehrt!
Vorab: Dies ist kein Song gegen Skinheads! Der Text richtet sich im Allgemeinen gegen die Duldung von konservativem oder gar rechtsoffenem Gedankengut innerhalb der eigenen Szene, bzw. selbst ernannten „linken Subkulturen“. Wer bedenkenlos mit Rassisten feiert und deren Scheiße damit durch falsche Toleranz infiltriert, dem_der sollte unmissverständlich ein Denkzettel verpasst werden. Und das besser x-mal „zu viel“ als einmal zu wenig. Unser Beatrix ist ganz klar gegen Rechts!

Mixa Mosh
Jahrhunderte lang wurden die Opfer verscharrt
im Schutz von Kirchenmauern, die gen Himmel ragen.
Menschlichste Triebe zwanghaft unterdrückt,
weil das angeblich irgendeinen Gott beglückt.
Fromme, alte Männer in muffigen Priesterroben,
die sich aufgrund dessen immer nur heimlich austoben.
Moral und Liebe werden gepredigt, doch verbreitet purer Hass,
weil ihr nicht mal selbst in euer Heile-Welt-Bild passt.
Und gerade ihr wollt mir euren Unsinn glaubhaft machen?
Ich glaub euch längst nichts mehr und zähl bis heut nur die Fakten:
Homophobe! Frauenhasser!
Maßlose Steuergeld-Verprasser!
Pädophile! Abtreibungsgegner!
Doppelmoralprediger!
Machtbesessene! Populisten!
Holocaustleugner und stumpfe Rassisten!
Christliche Fundamentalisten,
wer hat euch nur ins Hirn geschissen?
Ich glaube euch längst nichts mehr.
Kurze Erklärung zum Titel: Der Name des mittlerweile emerierten römisch-katholischen Bischofs von Augsburg, W.Mixa, steht hier nur aktuell stellvertretend für den grenzenlosen Machtmissbrauch über sämtliche Epochen hinweg und das arrogante Verhalten des gesamten Kirchenapparates samt seiner Bediensteten, wenn es darum ging eigenes ‚Fehlverhalten’ (wie niedlich) öffentlich einzugestehen und daraus die bitter nötigen Konsequenzen zu ziehen. Zum Text selbst gibt es – da tun wir es jetzt einfach mal dem Vatikan gleich – nichts weiter zu kommentieren.
„Religion ist das Geschäft mit der Angst.“ (But Alive 1996)
„Koran und Bibel – nichts als Wörter.“ (But Alive 1993)

SxLxYx (Stinksauer Land Youth)
Wir hängen rum am Arsch vom Ruhrgebiet,
wohin es uns gelangweilt zieht.
Denn wo Misthaufen idyllisch qualmen
bringt einen der Frust schnell auf die Palmen.
Vom Lebensumstand angepisst,
von Stadtpunks dann auch noch gedisst.
Fuchsteufelswilde Szene-Zwerge
aus dem Land der tausend Berge.
Stinksauer! Land! Youth!
Dorfpunks und Angry Kids,
Scheiße bauen und Freibiergigs -
SxLxYx
Im eigenen Kaff fast ohne Lobby
und ständig Zoff mit den Alt-Nazi-Opis -
SxLxYx
Die Brauerei im Nachbarort,
mit dem Moped manchmal täglich dort –
SxLxYx
Dem Pfaffen vor die Tür gereihert
und das danach noch abgefeiert -
SxLxYx
Südostwestfalens wasted youth -
we are living Punk, where are living you?
Südostwestfalens wasted youth
is laughing about your tough-guy-crew!
Titel und Text sind keineswegs eine unreflektierte Lobhudelei auf das „Punksein“ in der (sauerländischen) Provinz. Der Text beschreibt selbstironisch die ständigen Auseinandersetzungen mit dem damaligen Lebensumfeld und impliziert den enormen Aufwand, den unsereins dort in den 90ern betrieben hat (oder immer noch betreibt), um z.B. alternative Treffpunkte jenseits der Dorfkneipen aufzubauen, DIY-Konzerte und Partys zu organisieren, oder auch nur an neue Platten zu kommen. Wenn wir für all unseren Enthusiasmus damals, nach mehrstündiger Anreise per PKW, Bahn oder Bus, am städtischen JuZ dann von ortsansässigen Nietenpunkern wegen unseres „uncoolen“ Auftretens oder ähnlichen Nichtigkeiten belächelt oder gar angemacht wurden, kamen ab und an auch mal Zweifel an dieser, von uns so bewunderten „Szene“ auf. Diesen Song widmen wir allen frustrierten Dorfpunks, die sich immer noch tagtäglich mit all der Scheiße rumschlagen. Lasst euch nicht unterkriegen! Stay Punk!

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Textauswahl vom „Aus dem Leben eines Taugenix“ Demo…

Beatrix Themesong
Wir nehmen weder n´ Blatt, noch die Hand vorn Mund
und rotzen unsere Wut hinaus, denn Mittelmaß ist ungesund!
Minor Threat! F.Y.P! Uniform Choice! Burned Out!
Auch wir haben was zu sagen: we`ve got something to say!
Einige Melodien sind von Euch geklaut,
die könnt ihr gleich wieder haben.
Und jetzt nehmt die Dosen in die Hände und sprüht es an alle Wände:
Fuck Black Sabbath and listen to… Beatrix Ouzo!
Eine Huldigung der Bands, bei denen wir uns schamlos am Songmaterial bedient haben (auch wenn es nicht so klingt). Ohne deren musikalischen Einfluss gäbe es bXo nicht, die gleichen Anfangsbuchstaben wie Burned Out sind kein Zufall. Black Sabbath gehören allerdings nicht dazu, was uns wiederum nicht daran hindern konnte, deren weltbekannten TS-Spruch für uns zu beanspruchen.

Von Schlagwörtern und Brandsätzen
1-2-9-a
Panikmache – Medienhetze,
aus Schlagwörtern werden Brandsätze.
Und alles was ihr jetzt noch habt,
alles was euch geblieben ist –
Angst die euch in den Wahnsinn treibt
und dabei euren Verstand auffrisst.
Verreckt ihr Populisten!
Denn wer den Schlagzeilen Glauben schenkt,
auch bei Kopftuch gleich an Terror denkt.
Armes Deutschland wird ausgebeutet,
von wem wird ganzseitig angedeutet.
Kein Wunder dass die Dummen danach sinnlos zuschlagen,
weil die Dummen die Lügen nicht anders ertragen.
Neue FeindBILDer werden täglich erschaffen,
um noch mehr Freiheiten abzuschaffen.
Und der Springer-Verlag und wie sie alle heißen,
hetzen die Rechten immer weiter auf…
Kriminelle Ausländer, linke Steineschmeisser,
gewaltbereite Fussballfans –
der Sicherheitswahnsinn geht weiter.
Wir sind alle 129a!
Mittels Verkaufsfördernden Halbwahrheiten, kruden Verschwörungstheorien und krassen Falschmeldungen wird der Bevölkerung Tag für Tag vorgegaukelt, dass unser aller Leben, Wohlstand und Besitz ständig in Gefahr sind. Verantwortungsloser Journalismus trägt einen gehörigen Teil dazu bei, dass immer mehr Freiheiten eingeschränkt, Sozialausgaben gekürzt und Ängste und Fremdenfeindlichkeit geschürt werden. Hinterfragt also alles was geschrieben wird und lasst euch nicht verrückt machen! Lest z.B. mal bildblog.de!

D.d.H.i.n.e.
Oschmann, Köster, Barth
und wie sie alle heißen,
deren billigste Sexistenwitze
nur die Dümmsten von den Hockern reißen.
Von TV-Castingkonzernen gezüchtet,
lästern über die Reichen und ihre Macken.
Schlapp-gelacht wird sich in den Feierabend geflüchtet,
um auch morgen für die Ausgelachten zu ackern.
Es ist traurig dabei zuzusehen
wie das Fernsehen euch zum Kasper macht -
x-fach kopiert, Massentauglich zensiert
und nur ein Tonbandpublikum was darüber lacht.
Raab, Herbig und auch Mittermeier
sind des Eisbergs Spitze der Dümmlichkeit.
Das Niveau wird totgelacht,
zur besten Schenkelklopfer-Sendezeit.
Ich frag mich, wie dumm muss Mensch sein,
um euch ernsthaft witzig zu finden?
Dieses Land ist nicht zu retten,
denk ich mir weiter und muss grinsen…
Der deutsche Humor ist nicht existent!
Nicht existent…
In den schrill-bunten Comedyshows wird sich am laufenden Band einzig und allein der gängigen Klischees bedient und Vorurteile somit manifestiert. Mal ganz abgesehen vom armseligen Niveau wird der arbeitenden Klasse dabei u.a. immer wieder eingetrichtert, dass ein Luxusleben in der Oberschicht für das Proletariat scheinbar kein erstrebenswertes Ziel darstellt. So werden Beauty- und Shopping-Problemchen von Superreichen in x-beliebigen TV-Sendungen ständig völlig übertrieben ins Lächerliche gezogen, um beim Zuschauer den Eindruck zu erwecken, dass es „ehrbarer“ ist sich mit seinem aufrechten Mittelklasse-Dasein zufrieden zu geben bzw. abzufinden. Die herrschenden Verhältnisse werden schlußendlich ungefragt hingenommen, was ganz im Sinne von Staat und Kapital ist. Damals wie heute wird das Ungleichgewicht zwischen den Bevölkerungsschichten, auch mit Hilfe der (vor allem privaten) Medien, die sich in ihrer Außendarstellung bekanntlich nur zu gerne mit dem Realitäts-fremden Prädikat „Sprachrohr der kleinen Leute“ brüsten, ein Stück weit bewahrt.

Punks mit Putzfimmel
Die Subkultur geht frech und munter
Richtung Otto-Katalog den Bach hinunter:
Im Ohr den polyphonen Punkrocksound,
den Nietengürtel im H&M gekauft.
Beim Shoppen die Bonzen neidisch verflucht,
sich selbst aus Palestina gut betucht.
Dass ihr Faschistensymbolik* zur Mode macht,
daran habt ihr nie gedacht.
Im Kaufrausch vergeht eure Jugendzeit:
Aufmüpfig, rebellisch und frei zugleich?
Und überhaupt nicht so spießig wie eure Alten,
die über´s Taschengeld verwalten.
Ihr seid nur Springers Nachwuchsleserschaft,
die schon den Bravo-Klischees aufgesessen,
doch wer „die Schnauze voll“ hat,
der hat bereits genug gefressen.
Sämtliche Punk-Diskographien gebrannt
und auf zig myspace-Seiten schon gewesen.
Doch die Musik verstaubt im Plattenladenschrank,
ohne dass je ein einziger Text gelesen.
Ihr habt ja nicht mal d.i.y. begriffen,
seid selbst zu blöd zum selbermischen.
Shit-generation Alcopop –
Don´t call yourself Punk and fuck off!
Unpolitisch, angepasst, Trend-süchtig: Im Multimedia- und Modewahn zerstört die Jugend von heute hemmungslos den Do-it-yourself-Charakter der Punk-Subkultur. Jedwede Kunst geht in den Fluten kommerzieller Gratis-Downloads verloren und politischer Protest ist offensichtlich „out“. Ihr seid nichts weiter als die verwöhnten Pissblagen des Turbokapitalismus.

*Kommentar zum Palituch-Vergleich: Die be­sag­ten Text­zei­len sind um 2006 ent­stan­den, als diese (ganz ne­ben­bei pott­häss­li­chen) Din­ger bei Ju­gend­li­chen als Mo­de-​Ac­ces­soire schwer an­ge­sagt waren und sich die hie­si­ge Neo­na­zi-​Sze­ne der­weil ins Fäust­chen lach­te, was mir wie­der­um schwer auf den Zei­ger ging. Im Rück­blick si­cher­lich ein klein­we­nig über­zo­gen. (Stem­men, Januar 2012)